Unter erschwerten Bedingungen legten wir los. Futter liegt reichlich am Hof, so ist der Hunger nicht immer allzu groß. Tagsüber meiden die scheuen Katzen den Hof, weil zu viel Trubel ist. Nachts blockieren Igel die aufgestellten Lebendfallen. Da ist Erfindungsreichtum angesagt. Und der Einkauf von super lecker riechenden Leckerbissen für die Samtpfoten (zum Leidwesen der vegan bzw. vegetarisch lebenden Aktiven).
In 5 Tagen konnten 23 Samtpfoten eingefangen werden. Wir dürfen Ihnen einige davon vorstellen.
Falco, ein kleines Katerchen, und Milva, ein recht temperamentvolles weibliches Kätzchen, noch zu jung, um kastriert zu werden, suchen zusammen oder mit einem der anderen kleinen Hofkatzen Familienanschluss. Die Kätzchen werden nur zu zweit abgegeben und vor Abgabe entwurmt und gechipt. Da die Babykätzchen noch scheu sind, erfolgt die Abgabe nur in erfahrene Hände. Vermittelt wird im 30 km Umkreis von Kissing und Weil.
Kontakt:
Handy: 0176 20389532
info@katzen-ohne-heimat.de
Unsere Aktiven vor Ort haben sich Urlaub genommen, um so viele Katzen wie möglich zu erwischen. Das Team von der Praxis von Dr. Frieder Steinbauer in Gut Lichtenberg unterstützt uns tatkräftig. Der Tierschutzverein Bund der Katzenfreunde e.V. greift uns finanziell unter die Arme – allein schaffen wir das nicht. DANKE!
Kater Freak war wenig begeistert, in der Falle zu sitzen. Wir waren nicht begeistert von seinem Zustand. Da ist es richtig gut, dass Dr. Frieder Steinbauer Augenspezialist ist und mit der Entfernung des kaputten Organs helfen konnte. Freak bleibt stationär, bis seine Fäden in 14 Tagen gezogen werden können. Hoffentlich geht es dir bald besser. Dein Schicksal und deine Schmerzen haben bis jetzt niemanden interessiert.
Wir entdecken immer wieder neue Katzen, und immer wieder Babys. Mizzi hatte bereits Babys, und viele davon weiß. Freilebende Katzen sind der Gefahr ausgesetzt, Krebs durch Sonnenbrand zu bekommen. Wir kennen die Folgen. Ihr erinnert Euch an Karli? An den Kater, dem der Krebs die Nase weggefressen hat? Wir bringen die Kätzinnen und Kater nach der Kastration zurück auf den Hof. Und jedes Mal bleibt das Gefühl der Hilflosigkeit. Diese Samtpfoten haben niemanden, der mit ihnen zum Tierarzt geht. Diese Samtpfoten haben keinen Dosenöffner, der Verantwortung übernimmt. Und so schnell werden sich keine Katzenliebhaberinnen oder Katzenliebhaber finden, die einer von den schneeweißen Schönheiten ein zuhause gibt. Zumal sie (fast) ausgewachsen und scheu sind. Sie sind kastriert, entwurmt, gechipt und tätowiert. Wir wünschen den edlen Samtpfoten ein glückliches und unbeschwertes Leben. Das ist unser Wunsch.
Obwohl wir so oft vor Ort sind, werden wir immer wieder überrascht, was wir einfangen.
Leider haben wir einige der ganz kleinen Kätzchen nur von Ferne zu Gesicht bekommen. Wir wissen nicht, wie viele es sind und welche Fellfarben vorhanden sind. Wir suchen für die Katzenbabys paarweise ein zuhause für immer. Da die kleinen scheu sind, erfolgt die Abgabe nur in erfahrene Hände. Vor Abgabe werden die Kätzchen entwurmt und gechipt. Die Kätzchen sind nicht auf Katzenkrankheiten getestet. Daher legen wir Wert darauf, dass vorhandene Katzen geimpft sind. Die Abgabe erfolgt von privat, aber mit Schutzvertrag.
Nach der Kastration dürfen die Katzen noch ein paar Tage bei uns in Quarantäne bleiben. Wir wollen sichergehen, dass es nicht zu Nachblutungen kommt. Manche der Samtpfoten jedoch verweigern das Futter. Für sie ist eingesperrt zu sein, nur schwer auszuhalten. Diese bringen wir so rasch wie es vertretbar ist zurück. Alle anderen dürfen spätestens nach drei Tagen wieder in die Freiheit. Außer medizinische Belange sprechen dagegen, so wie bei Freak (wir berichteten).
Wir haben einen Kater eingefangen, der extrem abgemagert ist. Tränende Augen, eine handtellergroße nässende Wunde an der Seite, ein sehr kranker Gesamtzustand. Auf Grund seiner Tätowierung haben wir festgestellt, dass er von einer unserer Aktiven bereits 2015 kastriert wurde. Er kann auf keinen Fall zurück – das wäre sein Todesurteil. Unsere Mitstreiterin Christa hat sich spontan bereit erklärt, ihn aufzunehmen. Der Tierarzttermin zur Blutabnahme ist ausgemacht. Wir wünschen Dir alles Gute. Wir hoffen, dass Du noch ein bisschen Zeit hast, um die Liebe zu bekommen, die dir bisher keiner gegeben hat. Ein Leben mit vollen Schüsseln mit nahrhaftem Futter, ohne täglich darum kämpfen zu müssen. Ein Leben ohne Parasiten, die dich Tag für Tag und Nacht für Nacht quälen. Ein Leben voller Streicheleinheiten, die Du bisher noch nie bekommen hast, die du aber sichtlich genießt. Halte durch, kleiner Kater!
Update
Grümel nahm dankbar die erste Mahlzeit entgegen. Dann stellte er das Fressen ein. Er hatte flüssigen Durchfall. Gut, dass der Termin beim Tierarzt zeitnah zur Diagnostik ausgemacht war. Total abgemagert ist jeder Wirbel zu spüren. Das Fell glanzlos. Der Bauch gebläht. Ein Röntgenbild zeigte, dass der Bauchraum voller Luft war. Das Blutbild ergab eine hochgradige Niereninsuffizienz, massiv erhöhte Entzündungswerte und Anämie. Obwohl Grümel in einem schrecklichen Zustand war, hätten wir ihm doch so sehr noch eine gute Zeit gewünscht. Leider war eine Verlängerung all seines Leidens nicht vertretbar. Grümel musste eingeschläfert werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es tut immer wieder unendlich weh, nicht helfen zu können. Es tut immer wieder unendlich weh, loszulassen. Da kann man sich noch so oft vorsagen, es war das Beste für die Samtpfote. Wir wissen, dass diese letzte Hilfe die Alternative zu einem elendiglichen Eingehen ist. Und wir erkennen, dass wir uns niemals daran gewöhnen werden.
Mach’s gut, Grümel. Wir behalten Dich in Erinnerung!
Drei- oder vierfarbige Katzen sind seltener als andere Farbvarianten. Sie werden Glückskatzen genannt, da sie dem Aberglauben zufolge Glück bringen sollen. Im Mittelalter glaubte man, dass dreifarbige Katzen das Haus vor Feuer schützen konnte. Die Besitzer solcher Glückskatzen waren darauf stolz.
Die dreifarbigen Katzen sind meist weiblich. Weniger als ,5 % der dreifarbigen Katzen sind männlich. Das kommt daher, dass die Fellfarbe mit den Chromosomen zusammenhängt:
Dem Landwirt, auf dessen Hof diese Katzen, die wir derzeit zum Kastrieren fangen, ist das egal. Er zeigt keinerlei Interesse an den hübschen Samtpfoten. Wir konnten einige von ihnen fangen. Jetzt müssen sie wieder auf den Hof zurück. Sollten wir Katzenfreunde / Katzenfreundinnen finden, die sich das Glück in Form einer Glückskatze in Haus holen wollen, werden wir versuchen, die kastrierte Katzen nochmals einzufangen. Die Abgabe erfolgt nur an sehr erfahrene Katzenliebhaber bzw. Katzenliebhaberinnen, da die Katzen scheu sind und einige Zeit brauchen, um Zutrauen zu fassen. Die Kätzinnen sind ca. 2 bis 3 Jahre jung.
Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf
Zurück in die Freiheit
Die heimatlosen und oftmals sehr verwilderten Hauskatzen dürfen nach erfolgter Kastration wieder auf „ihren“ Hof zurück. Dadurch, dass wir große Transportboxen für die stationäre Unterbringungen verwenden, ist ein Umsetzen der Katzen vor der Rückfahrt nicht notwendig. Lieber fahren wir mehrmals. Dies reduziert den Stress für die scheuen Katzen. Bei unserer Arbeit achten wir extrem darauf, den Samtpfoten so wenig Stress wie möglich zuzumuten.
Stress wirkt sich negativ aus das Immunsystem aus und kann Auslöser für Krankheiten sein. Lieber nehmen wir längere Wege in Kauf, bevor die schönen und scheuen Katzen unnötigem Stress ausgesetzt werden.